1940
Uwe Topper wird in Breslau geboren. Nach zweifacher Flucht ab 1945, erst nach Thüringen und dann in den Westen, wächst er in Norddeutschland und schließlich in Köln auf.
1955
Topper schließt sich der Jugendbewegung an, lernt Lagerfeuer und Kohte kennen. Er beginnt zu malen. Seine Bilder signiert er mit dem Kürzel uto. Es folgen Trampfahrten nach Jugoslawien, Griechenland und bis Istanbul.
1960
Abitur in Köln. Wenig später trampt Topper über den Balkan in die Türkei und weiter über Syrien nach Jerusalem und Jordanien, und schließlich nach Ägypten. Längerer Aufenthalt in Kairo, wo er Arabisch lernt.




1961
Zusammen mit dem Fotografen Klaus Ruthenberg wandert Topper durch die nubische Wüste, um die Felsbilder zu dokumentieren, die drei Jahre später unter dem Wasser des Assuan-Stausees verschwinden werden. Er kommt nach Chartum und bis zu den Nuba-Bergen im Sudan.
1962
Nach längerer Fahrt über Persien, größtenteils mit Lastwagen, kommt Topper über Belutschistan nach Lahore. Hier beginnt er einige Semester an der Universität Islam zu studieren, lernt Urdu und macht seine erste Ausstellung als Maler in der Stadthalle Lahore.
1963
Topper lebt unter den Kalasch im Hindukusch, lernt ihre Sprache und hält ihre Riten, Tänze und Bräuche fest. Er reist nach Indien, Nepal und Ceylon, wo er in einem buddhistischen Kloster lernt, dann über Kalkutta und Thailand nach Malaya und Singapur.




1964
Topper kehrt nach Deutschland zurück, fährt nach Berlin, arbeitet tagsüber auf dem Bau und malt nachts im Atelier Totale Kunst in einer Kellerwohnung in Kreuzberg und schreibt Gedichte. In der Kneipe Leierkasten stellt er Bilder aus dem Hindukusch aus.
1965
Mittenmang in der Künstlerszene verkehrt der 25-Jährige mit Malern wie Friedrich Schröder-Sonnenstern, Artur Raake ‚Märchen‘ und Kurt Mühlenhaupt. Hier lernt er seine Frau Uta kennen und trampt mit ihr über Spanien nach Marokko, seine „Hochzeitsreise“.
1966
Das Paar erwirbt einen Gebrauchtwagen Citroen 2CV ( „Ente“), für 50 Mark und fährt über Persien in den Hindukusch, wo sie sich bei den Kalasch niederlassen. Viele Bilder entstehen hier. Im nächsten Jahr werden sie von den Behörden ausgewiesen.




1968
Zurück in Berlin nimmt Topper wieder an der Kreuzberger Künstlerszene teil, die er mitprägt, stellt Collagen und Holzschnitte her und macht Ausstellungen. Das Friedrichshain-Kreuzberg Museum (FHXB) erwirbt einige seiner Werke für die Sparte ‚Künstlerkreis Kreuzberger Boheme‘ (Sammlung uto).
1970
Mit dem in Berlin geborenen ersten Sohn und einem neuen Gebrauchtwagen gehen Uto & Uta auf Reise nach Spanien und Marokko, wo sie die nächsten Jahrzehnte verbringen. Topper studiert die wenig erschlossenen bronzezeitlichen Felsbilder in Südspanien, besonders in der Provinz Cadiz.
1977
Der Walter Verlag (Schweiz) veröffentlicht Toppers erstes Buch, Das Erbe der Giganten, über die Frühgeschichte der Iberischen Halbinsel. Der Berlin-Aufenthalt im Sommer dieses Jahres ist der letzte Besuch in Deutschland für viele Jahre.




1980
Ausstellung im Kunstsaal der Stadtsparkasse Cadiz in Südspanien. Topper nimmt teil am geistigen Leben der Stadt und erarbeitet in den nächsten Jahren eine gründliche Dokumentation der Felsbilder der Provinz, die bis heute als Standardwerk gilt.
1986
Das Buch Märchen der Berber erscheint in der traditionsreichen Reihe „Märchen der Weltliteratur“ im Diederichs Verlag, ein Ergebnis von Toppers jahrelanger Erforschung und Dokumentation der berberischen Kultur und Sprache.
1988
Gleich drei Bücher erscheinen dieses Jahr: Wiedergeburt im Rowohlt-Verlag, über den Reinkarnationsglauben bei verschiedenen Völkern, Erdbefragung, über eine volkstümliche marokkanische Orakelkunst, und Arte Rupestre en la Provincia de Cádiz, ein Katalog der Felsbilder in Südwestspanien.




1989
Ausstellung in der städtischen Kunsthalle von San Roque (Cadiz). In diesen Jahren hält Topper viele Vorträge an spanischen Universitäten über berberische Kultur und Sprache. Auf seinen Anstoß hin wird später in Cadiz der erste Lehrstuhl für Berberisch eingerichtet.
1990
Die Mauer ist gefallen; Topper erinnert sich an ein Versprechen, das er 1977 gegeben hat und kehrt wieder einmal nach Berlin zurück. Per Anhalter, wie ganz früher. Und entdeckt seine alte Liebe zu der Stadt neu.
1991
Diederichs veröffentlicht das Sachbuch Sufis und Heilige im Maghreb, eine Untersuchung der islamischen Mystik und des marokkanischen Volksglaubens — ein Thema das Topper auch zu vielen Zeichnungen und Bildern inspiriert hat.




1993
Das Letzte Buch (bei Hugendubel, München) stellt eine Interpretation der Offenbarung des Johannes im Rahmen der Überlieferungen über kosmische Katastrophen vor. Die Mythen zur Apokalypse sind seit vielen Jahren eines der wichtigsten Motive in Toppers Bildern.
1994
Topper stellt wieder in Berlin aus: im Atelier Künstlerpech seines alten Freundes Artur Märchen und später in der Galerie Urban. Nach und nach verlagert sich sein Wohnsitz wieder in die Hauptstadt an der Spree.
2000
Seit mehreren Jahren beschäftigt sich Topper wieder mit Geschichtsforschung und verlagert sein Interesse auf das Mittelalter, arabische astronomische Überlieferungen und die Entstehung des Kalenders. Im Laufe des Jahrzehnts erscheinen 6 Bücher zum Thema.




2011
Topper illustriert mit farbigen Zeichungen in Mischtechnik das Kinderbuch Der unsichtbare Ring der Hexe Ranunkel von Silvia Adler.
2014
Zum erstenmal schreibt der Künstler einen Roman: Halb so wild (mit dem maghrebinischen Untertitel Schi Bäss ma-ken) ist ein Roadmovie kreuz und quer durch Marokko.
2022
Topper lebt in Berlin. In Spanien erscheint eine Neuauflage seines Katalogs der Felsbilder der Provinz Cadiz, diesmal in Farbe — ein Werk, das die Zeit überdauert.
