Jede Einteilung eines künstlerischen Werkes in starre Kategorien ist willkürlich und wird einem bunten Leben nicht gerecht. Erst recht nicht bei einem weitgereisten und experimentierfreudigen Künstler wie Topper, der sich sowohl in der Technik als auch in seinen Motiven gern von seinem Umfeld inspirieren läßt. Trotzdem kann man in dem halben Jahrhundert, über das sich Toppers Werk erstreckt, etwa vier große Phasen zeitlich und geographisch definieren, obwohl sie sich teils überlappen.

Asienfahrt
Ab 1960 reist Topper, damals noch nicht zwanzigjährig, nach Asien. Sein Weg, normalerweiser per Anhalter oder mit örtlichen Transportmitteln, und sehr viel zu Fuß, führt ihn erst über die Türkei, Syrien und Jerusalem nach Ägypten und dann in den Sudan. Aus dieser Zeit sind nur einige Skizzen erhalten; die Aquarelle sind verlorengegangen. Ab 1962 lebt Topper dann in Pakistan, vor allem im Hindukusch, wo er das Volk der Kalasch kennenlernt. Gleichzeitig mit anthropologischen Aufzeichnungen entstehen hier viele Aquarelle und Ölbilder, die die Kultur dieses Volkes und ihre Bergwelt einfangen, oft mit einem surrealistischen Blick. Bei weiteren Aufenthalten bis 1969 entstehen außerdem nach örtlicher Tradition ausgeführte Holzschnitte zum selben Themenkreis.

Berlin Kreuzberg
Toppers Leben in Asien wird durch mehrere Aufenthalte in Berlin unterbrochen: 1964-66 und 1968. Kaum vierundzwanzigjährig, aber mit viel Erfahrung im Gepäck, schließt sich der junge Maler dem Künstlerkreis an, der später als „Kreuzberger Boheme“ in die Museen Einzug findet. Er stellt hier großenteils seine asiatischen Werke aus (siehe die „Sammlung Uto“ im FHXB Museum), schafft aber auch Neues, oft durch die politische Aufbruchsstimmung der Achtundsechziger inspiriert, wie seine Collagen, und prägt bei Lesungen und Veranstaltungen die künstlerische Szene mit.

Westland
Schon 1965 trampt Topper mit seiner Frau Uta, die er in Berlin 1964 kennengelernt hat, über Spanien nach Marokko, eine Reise die mehrere Monate dauert. Es ist ein erster Abstecher in eine ganz andere Richtung, denn das Paar versucht vorerst beim Volk der Kalasch im Hindukusch eine dauernde Bleibe zu finden. Erst als dies aufgrund der angespannten politischen Lage mißlingt, brechen Uwe und Uta Topper nach einem erneuten Berlinaufenthalt um 1970 wieder in den Südwesten auf, der ihnen jahrzehntelang zur Heimat wird. Bis 1990 spielt sich ihr Leben in Spanien, Portugal und Marokko ab. In Südspanien, vor allem in Cadiz, erforscht Topper die wenig bekannten bronzezeitlichen Felsbilder, und in Marokko wird er zu einem der besten Kenner der Kultur und Sprache der Berber, deren Traditionen und Volksmärchen er aufzeichnet und veröffentlicht. Beides schlägt sich in seinem künstlerischen Werk nieder.

Rückkehr
Nach dem Mauerfall 1989 beschließt Topper, Berlin wieder einmal einen Besuch abzustatten. Er trifft alte Freunde wieder und verlagert dabei langsam seinen Lebensschwerpunkt wieder nach Berlin, obwohl er weiterhin längere Zeit in Marokko, Portugal und Spanien zubringt. In dieser Zeit entstehen viele formvollendete Bilder, in denen sich Zukunftsvisionen und historische Motive zu einer surrealistischen Weltsicht zusammensetzen… wobei natürlich seine jahrzehntelange Erfahrung in Asien und Marokko immer Teil der dargestellten Gedanken- und Formenwelt ist.
Topper lebt heute in Berlin.

Asienfahrt
1960-1970
Türkei, Pakistán
Hindukusch

Berlin Kreuzberg
1964-69
Der Kiez, ’68 und
der Leierkasten

Westland
1970-1990
Spanien, Marokko,
Freunde und Familie

Rückkehr
1990-2020
Berlin. Aufbruch in eine neue Gedankenwelt

Toppers Skizzenbuch
Nomaden in Nubien, Heiligtümer im Hindukusch, Hirten in Andalusien, Fischer an der marokkanischen Atlantikküste… Topper hat jahrzehntelang seine Beobachtungen mit raschen Skizzen festgehalten, oft mit ethnographischer Genauigkeit. Eine Reise durch drei Kontinente.
