1960 – 2020
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Der Künstler sagt…
Ölbilder steigen schneller im Wert als Öl-Aktien. Dauerhafter jedenfalls.
Der Künstler erzählt…
In dem kleinen weißen Haus wohnten wir im Frühling 1965. Wir hatten das Mittelmeer im Blick; die Küste von Denia verlor sich violett hinter Kiefern und Weinbergen. Ein zerbrochener Krug lag im Vorgarten, eine Eidechse kam zu der Pfütze. Da sah ich das Gesicht meiner Liebsten auf dem Krug, während sie hinter mir stand und beim Malen zuschaute.
Der Künstler erzählt…
Der grüne Hirsch links auf dem Bretterzaun ist von einem Kalaschknaben eigenhändig auf mein Bild gemalt, während ich die Portraits der beiden Kinder malte.

Hanfpärchen im Hindukusch
1966
Ölbild | 63 x 30 cm
1.000 €
Das sieht der Künstler:
Sie wachsen dort paarweise: das Männchen ist grazil und verstäubt seinen gelben Pollen, das Weibchen ist kräftiger und nimmt ihn auf.
Der Künstler erzählt:
Seelisches Porträt meines Freundes Claus Weiß, den ich Maske nannte. Er war ein begehrter Tänzer an deutschen Bühnen, der auch die Welt umrundete auf einer Tournee. Dem Tod vertraut starb er jung. Nach seinem Ableben erhielt ich das Bild zurück.
Das sieht der Künstler:
Telur ist ein altlateinischer Name der Erde. Sie ist der Mittelgarten im All, umfangen von einem Drachen, der nur auf eine gewisse Zeit gebunden ist. Verzerrt wird die Erde durch Kräfte, die kosmisch angreifen.
Der Künstler erzählt…
Gemalt in Almeria, Spanien. Das Mädchen hieß wirklich Azucena, das spanische Wort für die Weiße Lilie.
Der Künstler erzählt…
Im Jahr 1972 ist unser zweiter Sohn geboren, in Andalusien nicht weit vom Mittelmeer. Der Vater kommt im Bild nur versteckt vor: als Bogenschütze am rechten Rand, denn Kinder sind wie ein Pfeil, den man abschießt, ohne zu wissen, welches Ziel er treffen wird.
Das sieht der Künstler: Triglaf heißt der Dreihäuptige, eine Gottesgestalt der Wenden. Mit seinem Sohn Luzifer bläst er Seifenkugeln. Zu diesem Bild wurde ich angeregt durch eine Zeichnung von JJ Grandville, einem Franzosen des 19. Jahrhunderts.
Der Künstler erzählt…
Im Frühling 1992 malte ich in dem Gebirgsort Magdaz im Hohen Atlas (Marokko) sechs Wochen lang, eine Neuheit für mich und die Leute dort. Ich porträtierte sogar Frauen und Knaben, und mehrmals den Ort vom gegenüberliegenden Hügel aus. Die Kinder folgten mir und kommentierten jeden meiner Pinselstriche.

Magdaz Paar
1992
(Hoher Atlas, Marokko)
Ölbild | Auch Titelbild des Buches Cuentos populares de los bereberes (spanische Ausgabe der Märchen der Berber)
Preis: 2.000 €
Der Künstler erzählt…
Mein berühmter Freund und Lehrmeister Artur Raake, genannt Märchen, Multikünstler in Berlin Kreuzberg, hatte sich auch mal einen Haarschopf wie ein Jugendlicher zurechtschneiden lassen. Diesen Augenblick hab ich festgehalten. Das Profilbild dahinter ist zufällig herausgekommen und hat ihn besonders gefreut.
Der Künstler erzählt…
In Märchens Atelier „Künstlerpech“ in Berlin spielte öfters Holger Hoffmann auf seinen mittelalterlichen Instrumenten und sang dazu derbe Lieder.
Der Künstler erzählt: Dieses Ölbild malte ich 2005 nach einer Skizze die ich 1963 imTempel (Dschaschtak-Han) der Kalasch beim Mittwinterfest anlegte. Zwei Männer schlagen die große und die kleine Trommel, die Frauen tanzen; der Dehar legt einen neuen Wacholderzweig aufs Feuer. Der Kulturbringer Balumain erscheint schemenhaft im Trubel und Rauch.


















































































































































